Der Gleisplan hat sich im Lauf der Jahre immer wieder stark verändert. Trotzdem haben sich einige Komponenten erstaunlich lange gehalten.
"Geleise Plan" 1906 bei Eröffnung Simplontunnel. Die BLS-Strecke fehlt noch. Sammlung S. Niklaus
Stellwerke 1906 gemäss dem vorangehenden Plan Sammlung S. Niklaus
Bemerkungen zu den Plänen von 1906:
Sehr schön gezeichneter und farbig unterlegter Gleisplan
Auf französisch werden die Stellwerke mit "Pavillon" bezeichnet. Auf vergleichbaren Plänen ist sonst eher "Poste" oder "Enclenchement" gebräuchlich
Die Signale sind rechts aufgestellt
Signale D II, D III und M befinden sich auf Ausleger. Signale N XXI und N XXII sind am gleichen Mast angebracht.
Das Einfahrsignal O 1/2 Seite Simplon ist als einziges zweiflüglig
Bezeichnung der Vorsignale ist speziell: Hauptsignal A, Vorsignal A1, Hauptsignal O 1/2, Vorsignal O3
Das Vorsignal K1 ist hängend an einem Ausleger angebracht, während sich Vorsignal O3 bereits im Simplontunnel befindet
Stellwerk I befindet sich noch im Bereich des Zwischenperron. Bei Einführung der BLS wurde ein neues Stellwerk I am nördlichen Rand der Gleisanlagen errichtet
Stellwerk II ist das grösste Stellwerk. Die Weichen an der Zufahrt zum Depot sind alle an dieses Stellwerk angeschlossen, obwohl sie teilweise direkt bei Stellwerk IV liegen. Somit kann
Stellwerk II die Fahrten vom und zum Depot alleine regeln, was den Betrieb vereinfacht. Auch kann Stellwerk IV in Randzeiten unbesetzt bleiben
Stellwerk III: Bei den Signalhebeln M, N XXI und N XXII befinden sich "Voyants du rideau", d.h. "Leuchtfenster des Vorhangs". Das Portal des Simplontunnels kann mit einem Vorhang verschlossen
werden. Damit wird bei Arbeiten im Tunnel der Durchzug vermindert. Zuständig für die Bedienung des Vorhangs ist ein Tunnelwärter. Die 3 Ausfahrsignale können nur auf Fahrt gestellt werden, wenn
der Vorhang offen ist. Gesteuert wird das Ganze über elektrische Sperren
Stellwerk IV ist ein reines Rangierstellwerk und an Zugfahrten nicht beteiligt
Der Stellwerkstyp ist in der Stellwerksinstruktion nirgends beschrieben. Ich kann mich erinnern, dass ein Briger Fahrdienstleiter, der das Befehlsstellwerk noch persönlich bedient hat,
vom "Jüdel" gesprochen hat. Gemäss dem Buch "Hebel, Riegel und Signale" von Hans G. Wägli und weiteren Quellen sind die Stellwerke jedoch vom Typ Bruchsal.
Diese bekannte Foto zeigt drei Drehstromlokomotiven in Brig. Der Fotostandpunkt lässt sich im Plan leicht finden: Zu sehen sind das Vorsignal M1 und dahinter Signal K von der Rückseite.
Foto aus dem Internet
Die mechanischen Stellwerke werden im Lauf der Zeit durch elektrische Anlagen ersetzt. So wird 1956 in Stellwerk 3 ein Schalterwerk-Integra in Betrieb genommen. Der Ersatz der mechanischen
Signale durch Lchtsignale wird mit Zirkular 10/56 bekannt gegeben. Z 10/56 Sammlung S. Niklaus
Plan Sicherungsanlagen Stand 30.01.1962 Sammlung S. Niklaus
Im Bereich von Stellwerk 3 sind wie oben beschrieben Lichtsignale aufgestellt.
Stellwerke 1 und 2 sind noch die ursprünglichen mechanischen Stellwerke. Die Gleisausfahrsignale sind Semaphore, während als Einfahrsignale und Linienausfahrsignale Lichtsignale
aufgestellt sind
Die Stellwerkbezirke sind mit gestrichelten Linien gekennzeichnet
Es gibt noch 9 mechanische Rangiersignale (Kreuzsignale), falls ich richtig gezählt habe: R1 bis R7 und R9 + R14. Daneben sind viele Licht - Rangiersignale in verschiedenen Varianten
aufgestellt. Es gibt Vorrücksignale (V), Haltsignale (H) und Sperrsignale (S). Bei Stellwerk 4 ist noch ein mechanisches Klappscheibensignal L2 aufgestellt, bei Stellwerk 3 Ablaufsignale Z4, Z5
und Z6
Erstaunlich ist die geringe Anzahl der möglichen Zugfahrstrassen. Erkenntlich sind diese an den kleinen schwarzen Pfeilen und den dazugehörigen Fahrstrassenbezeichnungen. Beispielsweise bei
Einfahrsignal A2: a A3, a A4, a A6 und a B2. Das heisst, aus Richtung Visp kann nur in Gleise A3, A4, A6 und B2 eingefahren werden. Ausfahrten sind aus Gleisen A1, A3, A4 und B1 möglich. Ein -
und Ausfahrten aus Gleis A7 von/nach Visp sind somit nicht einstellbar. Dasselbe gilt für die verschiedenen Gütergleise. Von und nach der BLS sind immerhin je 6 Gleise erreichbar
Gleise A2 und A5 sind reine Rangiergleise ohne signalmässige Fahrstrassen. Einzige Ausnahme ist Gleis A2, aus dem Richtung Simplontunnel ausgefahren werden kann (Fahrstrasse f A2)
Die Perrongleise A1 bis A7 und die Gütergleise B1 bis B3 sind nicht isoliert. Erkenntlich ist das an der dicken oder dünnen ausgezogenen Linie. Isolierte Abschnitte sind mit zwei dünnen
Linien gezeichnet
Dasselbe bei den meisten Weichen im Bereich der Stellwerke 1 und 2. Isoliert sind nur die Weichen der H-Gruppe sowie Weiche 53 im Bereich von Stellwerk 2
Die Gleisanlage wurde immer erweitert, dadurch sind die Weichennummern ausgegangen. Zusätzliche Weichen wurden mit der Zusatzbezeichnung "bis" versehen. Gefunden habe ich Weichen 2bis, 6bis,
11bis, 15bis, 54bis und 57bis. Die Entwicklung war damit noch nicht fertig, später sollten noch Weichen 1bis, 5bis, 8bis und 20bis dazukommen...
Stellwerk 4 bedient nur einige Weichen im Bereich des SBB-Depots. Zusätzlich gibt es dort Handweichen, deren Stellung vom Stellwerk 2 aus überwacht werden kann
Autorampe in Gleis H14 / H12. Ein - und Ausfahrten sind nur Richtung Simplontunnel möglich
Gleisanlage der FO / BVZ auf dem Bahnhofvorplatz
Bezeichnung der Rhone mit dem im Wallis üblichen Namen "Rotten"
Vor dem Bau des Simplontunnels war Brig ein Kopfbahnhof. Dieser war um ein vielfaches kleiner und befand sich im Bereich der Gleisgruppe J. Gleis J5 mit der Saltinabrücke ist das
ursprüngliche Einfahrgleis der Strecke aus Lausanne. Die Brücke ist auch heute (Stand 2019) noch vorhanden
Eine weitere schon mehrfach publizierte Foto vom Drehstrombetrieb in Brig. Zu sehen ist der Auslgeger mit den Signalen F A2 und F A3. Die gesenkten Stromabnehmer deuten auf einen abgestellten Zug
hin, er dürfte also in Gleis C 1 stehen. Foto Internet
Plan Sicherungsanlagen Stand 01.05.1969 Sammlung S. Niklaus
In Stellwerke 1 und 2 sind elektrische Anlagen eingebaut. Die möglichen Zugfahrstrassen konnten markant erhöht werden. So kann nun auch aus Visp / Lalden in die H-Gruppe ein - und ausgefahren
werden. Auch ist die Autorampe von der BLS her erreichbar (nicht aber von Visp).
Das Befehlsstellwerk auf Perron 1 wurde ebenfalls durch ein Dominostellwerk ersetzt
Es sind keine mechanischen Signale mehr vorhanden
Seite Iselle ist Wechselbetrieb möglich
Rangiersignale in allen Varianten sind in grosser Zahl aufgestellt. Ich habe 69 Stück gezählt.
Die Perrongleise sind noch immer nicht isoliert
Plan Sicherungsanlagen Simplontunnel Stand 01.05.1969 Sammlung S. Niklaus
Wechselbetrieb
Tunnelstation Domino 55 ohne Zwergsignale, ferngesteuert von Brig
Bezeichnung der Tunnelgleise Ib, IIb, Ii, IIi (b und i für Brig und Iselle)
Die Inbetriebnahme des Wechselbetriebs im Simplontunnel wird mit zwei Zirkularen bekanntgegeben. Diese sind je nach Empfänger zwei - oder dreisprachig. Z16/69
und Z 6475 Sammlung S. Niklaus
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Weitere Gleispläne von Brig finden sich auf dieser Homepage unter Gleispläne SBB: